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                                                                                          Die H E X E
                                     Es handelt sich um meine Ahnfrau !
 
 
                                                                                         
                                                               
 
 

Treptower Hexenprozess vom Jahre 1669

(Quelle: „Heimatklänge“ Zeitschrift des Vereins für Heimatkunde und Heimatschutz Treptow (Rega) ) 

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Von Prof. Dr. A. Haas

 Im Jahre 1669 spielte in Treptow a. R. und in den südlich von der Stadt gelegenen Dörfern Gummin, Klötkow, Tressin, Gumtow ein Hexenprozess, der die Gemüter der Zeitgenossen offenbar in die größte Erregung versetzte.

Es handelte sich um die Bauersfrau Ursula Raddemer, geb. Klatte, die aus Gummin stammte und an den Bauer Hans Raddemer in Klötkow verheiratet war.

Wie es scheint, gaben Dorfgeklatsch und üble Nachrede die erste Veranlassung zur Verdächtigung der Bauersfrau.

Man raunte sich zunächst im Dorfe zu, dass schon die Eltern der Ursula Klatte in Gummin der Zauberei verdächtig gewesen seien. Dann bekannte eine in Groß-Justin wegen Hexerei angeklagte Frau mit Namen Maria Knaken (die nachher den Feuertod erleiden musste), dass die Raddemersche in Klötkow von ihr einen Teufel oder Hexengeist überkommen habe. Als der Bauer Hans Rehmer aus Klötkow auf der Landstraße als Leiche aufgefunden wurde, sollte die Raddemersche an seinem Tod schuld sein. Bedenklich war, dass das Raddemersche Ehepaar viele Feinde im Dorfe hatte. Am 3. Juli 1668 war Hans Raddemer, als er Ziegelsteine in die Stadt befördert hatte, von seinen beiden angetrunkenen Dorfgenossen Dinnies (d.i. Dionhsius) Rehmer und Peter Grünewaldt  so geschlagen worden, dass jedermann an seinem Aufkommen zweifelte. Die beiden Attentäter wurden deshalb ins Gefängnis gesetzt und später dem Schulzengericht zu Klötkow überwiesen; sie blieben dem Raddemer feindselig gesinnt. Dann aber trat in dem benachbarten Tressin ein Ereignis ein, das die bisher nur im Geheimen bestehende Verdächtigung gegen die Raddemersche an die Öffentlichkeit brachte. Da die Tressiner in letzter Zeit viel Unglück beim Vieh gehabt hatten, beschlossen sie, einen in Stargard wohnenden Wahrsager dieserhalb in ihr Dorf zu rufen. Der Wahrsager war auch bereit zu kommen, wenn ihm ein behördlicher Erlaubnisschein dazu vorgelegt würde. Einen solchen konnten die Tressiner nun zwar nicht erlangen, aber sie erhielten den Rat, sich selbst nach Stargard zu dem Wahrsager zu begeben. Das taten sie denn auch, und zusammen mit ihnen reisten, wie es scheint, auch einige Klötkower  Bauern. Nach ein und anderer Unterredung mit dem Wahrsager entblöße dieser seiner  Gewohnheit nach seinen Degen und schlug damit den Hans Raddemer und hielt sowohl ihm, als auch seiner Frau zu, das sie hexen könnten“. Zum Beweise, wie wirksam die Manipulationen des Wahrsagers  waren, wurde angeführt, dass derselbe an dem selben Tage und zu derselben Stunde Leute aus Polen „denen er auch Geister zugehalten“, bei ihrer Verantwortung so gehauen, dass das Blut häufig bei ihnen geflossen. Auf Grund der Aussage des Wahrsagers wurde nun der Verwie es scheint, auch einige Klötkower Bauern: „Nach ein und anderer Unterredung mit dem Wahrsager entblößte dieser seiner dacht gegen die klötkowsche Inquisita so groß, das sich die Gerichtsbehörde, in diesem Falle der Magistrat der Stadt Treptow, zum Eingreifen veranlasst sah.

 Die Raddemersche wurde vor das Stadtgericht zitiert und verhört, und ebenso wurden die Zeugen aus den beiden Dörfern Klötkow und Tressin über die mannigfachen Verdachtsgründe vernommen und ihre Aussagen protokollarisch festgelegt. In den mir vorliegenden Akten, die sich unter den Manuskripten der Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Altertumskunde befinden, fehlen die Protokolle über die ersten Verhöre der Raddemersche und über die Zeugenaussagen. Was über den bisherigen Verlauf des Prozesses mitgeteilt ist, ergibt sich aus den späteren Verhandlungen, insbesondere aus den Untersuchungen des Notars Peter Laurens, der als Rechtsbeistand des Ehepaars fungierte.Die Anklage wegen verdächtiger Hexerei richtete sich ausschließlich gegen die Bauersfrau, die, wie man annehmen muss, auch dauernd im Gefängnis blieb. Der Ehemann blieb von der Anklage frei. Natürlich war es den beteiligten Personen und insbesondere auch dem Ehemann von Anfang an seinen Augenblick zweifelhaft, welche Gefahr seiner Frau durch die Anklage drohte.

Die über das Verhör aufgesetzten Acta Inquisitionalia wurden vom Treptower Magistrat an den Schöppenstuhl zu Alten-Stettin behufs weiterer Informationen eingeschickt. Der Schöppenstuhl entschied am 17.Juli 1669: Die Inquisitatei zubördert zur Defension zu verstatten, und wenn sie seine Mittel dazu habe, sei ihr er officio dazu zu verhelfen; könne sie dadurch die vorhandenen indicia nicht elidieren oder hintertreiben, so sei die mit der Tortur zu bedrohen, helfe auch das nicht, so sei sie dem Angstmann zu übergeben „auf diese Maße, dass er sie angreife, zur Leiter oder Beinbank führe, entblöße, ihr die Haare überall abnehme, ob einige verdächtige Flecken an ihrem Leibe oder Haupte zu finden untersuche, und ihr den gewöhnlichen Kittel, auch die Daumstöcke und Schnüre anlege, hiermit gar mäßig zuschraube und zuziehe und sie zum Bekenntnis der Wahrheit zu bringen versuche; ein mehreres sei aber zur Zeit wider sie noch nicht vorzunehmen. Der Angeklagten seien folgende Fragen vorzulegen: Ob sie zaubern könne?

Von wem, wie, wo, wann und mit was Gelegenheit sie solches erlernet?

Ob sie einen oder mehr Teufel habe, wie sie heißen und welcherlei Gestalt sie seien? Ob, wie, wo und wann sie von demselben umgetauffet? Ob sie sich auch unnatürlicher Weise mit ihnen vermischet? Ob sie Schaden an Menschen und Vieh durch dieselben getan? Und wem solches widerfahren? Ob sie noch mehr Mitschuldige wisse, wie sie heißen und wo sie anzutreffen seien?

Die Entscheidung des Stettiner Schoppenstuhls wurde zu Treptow in confessu fenatus am 21. Juli 1669 eröffnet und bekannt gegeben. Das peinliche Verhör der Angeklagten fand nach Ablauf einer dreiwöchigen „Dilation zu ihrer Defension“ am 26.August 1669 abends 10 Uhr in Gumptow statt. Der Gerichtshof bestand aus dem Bürgermeister Daniel Beggerow und dem Kämmerer Valentin Reichmann, dem Protokollführer Samuel Gadebusch, Daniel Labesen, item dem Schulzen Peter Labesen, Hans Rammen als „Gerichten“ aus Gumptow und Jochim Lübbten, Schulzen aus Tressin.

Warum das peinliche Verhör der Angeklagten in Gumtow und nicht in Treptow oder Klötkow stattfand, ist nirgends angedeutet. Jedenfalls lag Gumtow näher an Treptow als Klötkow und mochte den Treptower Herren daher bequemer erscheinen als das entferntere Klötkow, und die Stadt Treptow mochte man ausgeschaltet haben, um unnötiges Aufsehen unter der städtischen Bevölkerung zu vermeiden. Bemerkenswert ist aber, dass in einem Hexenprozess, der 1679 gegen Dorothea Schwarz, des Peter Ohmb Eheweib zu Muddelmow, anhängig gemacht wurde, das peinliche Verhör gleichfalls in Gumtow stattfand. Sollte in Gumtow eine Folterkammer bestanden haben?

 Die Angeklagte wurde mit der Entscheidung des Schöppenstuhls bekannt gemacht und ermahnet, Gott und der Obrigkeit die Ehre zu geben und ihre Zauberei in Güte zu bekennen. Sie erwiderte: Sie sei unschuldig, könne nicht zaubern und habe keine Teufel; sie wolle bei Gott bleiben, im Leben und im Tode. Sie sei von ihren Nachbarn „ins Gefängnis gelogen“. Während sie dann von dem Scharfrichter an die Leiter geführt, entkleidet und mit dem Kittel bekleidet wurde, fuhr sie fort, ihre Umschuld zu beteuern. Dann wurden ihr die Stricke um die Hände getan und damit „angefiddelt“, und als sie schrie, wurde ihr der Kimmel (Mundknebel, der übermäßiges Schreien verhinderte), in den Mund gelegt; endlich „hat sie sich ganz insensibel angestellt und der Schmerzen gar nicht geachtet“. Danach wurden ihr die Haare abgeschnitten, und der Scharfrichter gab ihr auf ihren Wunsch zu trinken. Im weiteren Verlauf der Tortur wurde sie „mit den Beinschrauben terriert und ihr die Strieze (schnüre, die hin –und hergezerrt wurden und tief in das Fleisch einschnitten. Das hin –und herzerren heißt hier „fiddeln“.) an die Hände getan“. Aber auch diese Folterung hatte keinen Erfolg; sie ward still und entschlief, und als sich bei ihrem Erwachen zeigte, das sie fror, wurde sie angekleidet und ans Feuer gebracht. Es wurde ihr eine gewisse Bedenkzeit gelassen, während der sie sich wieder erwärmen konnte. Als sie danach aber bei ihrer Halsstarrigkeit beharrte, „hat der Scharfrichter wieder die Schnüre um die Hände getan und sie wieder angefangen zu fiddeln“; danach wurde abermals still, stellte sich ganz insensibel und begann zu schnarchen. Um sie zu ermuntern, hielte ihr der Scharfrichter eine „angezündete, geschwefelte Fedderpose“ unter die Nase, wodurch sie wieder zu sich kam. Jetzt wurden ihr die Beinschrauben wieder angelegt und zugeschroben, aber sie biss die Zähne zusammen und bekannte nichts.

 „Weill nun die Halsstarrigkeit bei ihr so groß und mit dieser scharfen Frage weiters wieder sie zu verfahren vergeblich geschehen, hat man hierbei …, jedoch dabei ernstlich annoch vermahnet und ist mit dem Instrumentis torturabilibus terriert worden zu bekennen, bleibet aber dabei, dass sie nicht zaubern könne und keine Teufel hätte. Womit dieser actus soweit geschlossen.“ Samuel Gadebusch, städt. Rth. (?)

 Nach einer Eingabe, die der Notar Petrus Laurens, der Rechtsbeistand des Ehemanns, am 28.August 1669 einreichte, hatte das peinliche Verhör der Angeklagten eines wesentlich schwierigeren Verlauf. Während nach den rechtlichen Bestimmungen – sagt Petrus Laurens – eine Sünderin nicht über eine Stunde auf der Tortur gehalten werden dürfe, sei die Inquisita kurz nach 9 Uhr mit der Tortur gar unmenschlich und hart angegriffen und dann fast über drei lange Stunden, wo nicht länger torquiert worden. „Nicht einige Bekenntnis sei von ihr erfolget, wiewohl sie vielmehr mit Worten vertröstet worden, wenn sie nur bekennen würde, dass sie Teufel habe und zaubern könne, sollte sie bei der Obrigkeit Gnade haben und losgelassen werden, sonst würde sie ohne Bekenntnis durchaus nicht von der Folter gelassen werden“. Als das erfolglos blieb, „ist die Tortur schwerlicher und unmenschlicher eine lange Zeit und zwar bis gar gut um Mitternacht adhibiret worden, dass auch Inquisita von vielem Schrehen endlich gar mat und kraftlos geworden und um Gottes Willen um einen Trunk gebeten; man hat es ihr aber versaget, und wenn sie auch gar verschmachten und umkommen sollte, wollte man ihr, wo sie nicht bekennte, nicht zu trinken geben. Darauf Inquisita geschrieen, man sollte ihr nur das Leben nehmen lassen, darauf ihr geantwortet, sie hätte lange genug von Gott gesaget, sollte auch nur von ihren Teufel sagen, sollte nur bekennen und Ja sagen!

Endlich ist Inquisita von vielen Schmerzen der Marter in Ohnmacht gefallen und ihr der Schwindel angekommen, darauf ihr zu trinken geboten worden, aber gar kleinlaut worden, also dass man nicht ferner noch vernehmen könne, ob Inquisita wieder zu Kräften komme oder nicht, ohne dass man wohl gesehen, dass durch das viele knebeln ihr der Mund blutend und verwundet gewesen“.

 Inzwischen war der Ehemann nicht müßig gewesen, und er tat die mannigfachen Schritte, um die seiner Frau drohende Gefahr abzuwenden, und er erfreute sich dabei der tatkräftigen Unterstützung des zu seinem und seiner Frau Beistande angerufenen Notars Peter Laurens. Beide gemeinschaftlich besorgten: 1. ein Leumundszeugnis für die Angeklagte. 2. ein gleiches Zeugnis über die Eltern der Angeklagten in Gummin, 3. eine amtliche Bescheinigung, dass die in Groß-Tuftin verbrannte Hexe ihre Aussage über die Angeklagte widerrufen habe und endlich 4. eine Klarstellung über die Auffindung der Leiche des Bauern Hans Rehmer.

                                                                        (I)

Joachim Froeft, Pastor zu Klötkow, bekannte als er von dem Notar Petrus Lorens eidlich vernommen wurde: Inquisita sei ehemals eine christliche fromme Frau gewesen und habe sich so wohl verhalten, dass ihr im Dorfe keine zu vergleichen; vor wenig Jahren aber habe Inquisita sich so sehr aufs Fluchen gelegt, dass er sie auch auf öffentlicher Kanzel darüber bestrafen müssen; es gereuet ihn, dass sie Kinder im Fluchen verderben sollten.

Treptow, 28.August 1669.                             (II)

Demnach heute an dem untergezeichneten Dato zu uns zu Endesgefetzeten gekommen Hans Raddemer, Bauersmann in Klötkow, und erwehnet, wie die sämtlichen Nachbarn in Klötkow gerichtlich vorgegeben, ob mehren seiner Frauen Eltern in Gummin der Zauberei halber verdächtig gehalten worden, daher bittend, der sämtlichen Bauerschafft Bezeugnis hierüber aufzunehmen und einzuholen. Zeugen demnach der Herr Pastor und Schulze zu Gummin in ihrem und der ganzen Nachbarschaft Rahmen, auf unser Gewissen, dass gemelte ihre Eltern damit niemals beschuldiget, viel meiniger einieger Verdacht auf Sie gelegt, vielmehr einen guten christlichen Wandel geführet und in allem einen guten ehrlichen Rahmen mit sich in die Grube genommen. Besagte Ihre Tochter hat sich auch die Zeit, so sie in Gummin zugebracht, der Notseeligkeit und christlichen Wandels beflissen, wollen nicht hoffen, dass sie sich dem Teufel und bösen Leuten zur Zaubereisünden werde haben lassen verführen. Dieses als ein wahrhaftiges Bezeugnis auf gemelten Raddemers Bitten wollen erteilen, mit Bitte, demselben in allem Staat und Raum zu geben: Actum Gummin anno 1669 den 24.August Johannes Bergkan, Pastor zu Belekow und Wischow, bezeugte dieses eigenhändig fidem. Und ich, Michel G., Schulze in Gummin, bezeugte dieses in meinem und der Nachbahren Rahmen eigenhändig.

                                                                          (III)

Der Hofgerichtsadvokat Nikolaus Krehe bescheinigte dem Ehemann Hans Raddemer am 5.Oktober 1668: die jüngst zu Groß-Gustin verbrannte Maria Knaken habe zwar auf die Raddemersche aus Klötkow Zauberei halber bekannt und ausgesagt, dieselbe habe den einen Teufel, den sie (die verbrannte Maria Knaken) von der Redelbergeschen empfangen, von ihr wieder bekommen; aber diese Aussage sei von der Maria Knaken bei der Konfrontation mit der Raddemerschen widerrufen worden.

                                                                         (IV)

Der Bauer Hans Rehmer zu Klötkow, ein notorischer Säufer, war im Jahre 1668 eines Tages tot auf seinem Wagen liegend auf der Landstraße aufgefunden worden: das eine Bein lag auf der Deichsel, das andere Bein hing vom Wagen herab und der Kopf hing hinten vom Wagen bis auf die Erde herunter. So hatte ihn der Gützlaffshäger Kuhhirte Jochim Brohdtsman gefunden, der es dann im Dorfe ansagte. Es verbreitete sich alsbald die Rede, Rehmer sei von einem Soldaten, mit dem er in Streit geraten sei und der ihm gedroht und seines Geldes beraubt worden. Daneben sickerte allmählich das Gerücht durch, das die Raddemersche am Tode Rehmers schuld sei. Und tiefe Verdächtigung gewann so viel Boden, das sich Hans Raddemer veranlasst sah, die Witwe des Hans Rehmer und den Kuhhirten durch den Notar Petrus Laurens vernehmen zu lassen; doch wurde hierdurch nur der wirkliche Befund der Leiche festgestellt; so geschehen am 15.August 1669.

 Ob die Bemühungen des Ehemanns und seines Rechtsbeistandes Erfolg gehabt haben?

Das peinliche Verhör der Angeklagten hatte, wie wir sahen, einen negativen erfolg gehabt, und es trat hier also der in den pommerschen Hexenprozessen seltene Fall ein, das die Angeklagte durch Tortur nicht zum Geständnis gebracht wurde. Bürgermeister und Rat der Stadt Treptow fanden nun die Akten ab die

Juristenfakultät der Universität Greifswald und erbaten von hier Instruktionen , wie mit der Angeklagten weiter zu verfahren sei. Die Antwort der Juristenfakultät ist bei den Akten nicht erhalten, wohl liegt der Beschluss des Treptower Magisterrats vor, der Grund des Greifswalder Gutachtens gefasst wurde:

Aus den bei der Tortur entstandenen neuen Indizien seien neue Artikeln zu fassen und die Inquisita zur Responsion darauf anzuhalten; dem Ehemann und seinem Advokaten seien die Akten zur Durchsicht  zu verstatten und zur Beantwortung eine dreiwöchige Frist einzuräumen; die Zeugen seien in Gegenwart der Angeklagten, ihres Ehemannes und dessen Advokaten nochmals zu verteidigen und zu verhören und dem Ehemann die Entgegnungen darauf im Interesse der Unschuld seiner Ehefrau zu verstatten. Die gesamten Akten seine dann nochmals an eine unverdächtige Juristenfakultät zu verschicken, wobei dem Ehemann freistehe, den einen oder den anderen Ort abzulehnen. Die Greifswalder Juristenfakultät bezeugte, dass dieses Urteil den Rechten und Akten gemäß sei; es wurde in fenatu Treptoviculi am 8.Oktober 1669 veröffentlicht. Dem Aktenstück sind die von der Greifswalder Juristenfakultät angezogenen rationes becidendi beigefügt, die ausnahmsweise die repetitio testium empfahlen und besonders Gewicht auf die Behauptung des Ehemanns legten, dass die Zeugen seine und seiner Frau Feinde seien und dass die seiner Frau schuldgegebenen Schäden er caufis naturalibus geschehen seien.

 Damit schließt sich das Aktenstück, und wir bleiben leider in Ungewissheit über das Schicksal der angeklagten Bauersfrau. Auch die Klötkower Kirchenbücher werden kaum Auskunft geben können, die Sterbe –und Begräbnisregister der dortigen Kirchengemeinde beginnen erst mit dem Jahre 1682, wie sich aus Balt. Stud. 42 S.239 ergibt.

                                                                        ENDE

                                                      

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 Quelle siehe nachfolgend Kopien.

 
 
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"Ich will kein Mitleid für diese Hexen, ich wünsche, daß man sie Stück für Stück verbrenne." (Martin Luther)
 

"Ein erhebendes Schauspiel sozialer Vollkommenheit."

(Die vatikanische Jesuitenzeitschrift 1853 zur Inquisition)

 
 
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                               
Catherine Monvoisin
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Catherine Monvoisin lebte am Stadtrand von Paris. Zusammen mit ihrer Tochter und mehreren Kolleginnen weissagte sie gegen hohe Honorare die Zukunft, erstellte Horoskope, verkaufte Gift, Liebestränke, betrieb Voodoo-Zauber und brach unerwünschte Schwangerschaften ab. Außerdem zelebrierte sie gemeinsam mit dem Abbé de Guiborg, der aus dem Priesteramt verstoßen worden war, schwarze Messen, bei denen angeblich Säuglinge geopfert wurden. Das Blut der Kinder verwendete Madame La Voisin für ihre Zaubertränke. Neben dem Hellfire Club gilt somit der Hexenzirkel der La Voisin als eines der ältesten Zeugnisse des Satanismus.

Viele Mitglieder des Hochadels gehörten zu ihrer Kundschaft, darunter auch Madame de Montespan, die langjährige Mätresse Ludwigs XIV., die bei La Voisin Zaubertränke kaufte und sie dem König heimlich in Essen und Trinken mischte, um sich seine Gunst zu erhalten.

1679 kamen in der Folge des Prozesses gegen die Marquise de Brinvilliers wegen Giftmischerei in Paris Gerüchte auf, denen zufolge in der Stadt zahlreiche weitere Giftmorde verübt worden waren. Ludwig XIV. erkannte den Skandal, der sogar seinem Hof drohte, und setzte eine Sonderkommission ein, die den Anschuldigungen nachgehen sollte. Die Kommission wurde unter dem Namen Chambre ardente (franz. glühende Kammer) bekannt, da ihre Verfahren in einem schwarz verhängten, durch Kerzen erhellten Raum stattfanden.

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Die Chambre ardente [Bearbeiten]Die Chambre ardente war zu verschiedenen Zeiten in Frankreich ein außerordentlicher Gerichtshof, der sehr harte Strafen, meist den Feuertod, verhängte. Unter Franz I. (1535) wurde die Chambre ardente als außerordentliches Inquisitionstribunal zur Verfolgung der Protestanten (Hugenotten) eingesetzt und galt als zweite Instanz der Inquisitionstribunale. Die vom Papst ernannten Mitglieder wurden Spürhunde des Herrn (domini canes) genannt, deckten Ketzerei auf und instruierten die Prozesse. Die Chambre ardente übernahm den letzten Urteilsspruch und die Vollziehung der Strafe. Unter Heinrich II. war die Chambre ardente erneut in der Verfolgung der Ketzerei tätig.

 

Die Ermittlungen 1677 befahl Ludwig XIV. dem Polizeikommissar von Paris, Nicholas de La Reynie, strenge Untersuchungen im sog. Cour des poisons einzuleiten. Dieser bestand von 1677-80. Die Affäre zog schnell immer weitere Kreise. Ein angeblicher Pariser Hexenzirkel würde Frankreichs Aristokraten mit Gift versorgen und einige Mitglieder des französischen Hofs seien schon durch Vergiftung getötet worden. Reynie entlarvte mehrere Mitglieder des Zirkels, darunter Adlige, einen Bankier und einen Rechtsanwalt.

Die Nachforschungen richteten sich auch gegen den angesehenen Apotheker und Chemiker Christophe Glaser, aus dessen Apotheke die Marquise de Brinvilliers und der Chevalier Sainte-Croix die nötigen Zutaten bezogen hatten. Dieser wurde zwar entlastet, aber in der Folge wurde Apothekern und Drogisten in Frankreich gesetzlich auferlegt, ein so genanntes Giftbuch zu führen, in dem die Namen der Käufer von Giften aufgeführt werden mussten. Reynie ließ auch Giftvorräte, die an verschiedenen Orten in ganz Frankreich versteckt waren, beschlagnahmen. Es gelang ihm jedoch nicht Informationen über weitere Mittäter in Erfahrung zu bringen.

Durch Zufall wurde ein Jurist auf eine Wahrsagerin, Marie Bosse, aufmerksam, die sich brüstete, dass es nur noch dreier Giftmorde bedürfe, und sie sich dann zur Ruhe setzen könne. Der Jurist benachrichtigte daraufhin die Polizei. Um etwas gegen Marie Bosse in der Hand zu haben, stellte Reynie ihr eine Falle. Eine Agentin, die eine Ehefrau spielte, die ihren Mann loswerden wollte, kaufte von der Verdächtigen eine Flasche Gift. Daraufhin drang die Polizei in das Haus ein und verhaftete Marie Bosse, eine andere Wahrsagerin, La Dame Vigoreux (die ehemalige Geliebte von Bosses zwei früheren Ehemännern), und deren Tochter und zwei Söhne.

Die beiden Wahrsagerinnen leugneten alle Anschuldigungen, beschuldigten sich gegenseitig, nannten aber die Namen von Komplizen. Ein Mann namens Vanens, die Kontaktperson zu dem Giftring, sowie die Wahrsagerin Catherine Monvoisin, bekannt als La Voisin. Diese sollte ihren ersten Ehemann vergiftet, Abtreibungen vorgenommen, Liebestränke zubereitet und Gift an den Hochadel verkauft haben. In ihrem Garten befand sich eine Kapelle in der Astaroth und Asmodi angebetet wurden. Zu den Gästen dieser schwarzen Messen gehörten Prinzessinnen, Höflinge und sogar der Scharfrichter selbst. Eine andere Mittäterin war La Lepere, die Abtreibungen vornahm.

Die Wahrsagerin La Filastre gestand bei einer schwarzen Messe ihr eigenes Neugeborenes geopfert zu haben. Eine weitere Wahrsagerin, Lesage, wurde durch Folter zu einem Geständnis gezwungen und denunzierte Pater Davot und Abbé Mariette. Beide sollen in La Voisins Kapelle über den Leibern nackter Mädchen schwarze Messen gelesen haben. Pater Touret sollte in der Öffentlichkeit Geschlechtsverkehr mit einem Mädchen gehabt haben. Auch Abbé Guibourg war angeklagt, schwarze Messen mit nackten Frauen durchgeführt zu haben. Unter der Folter gestand er den Mord an einem Kind, dem er die Kehle durchschnitt und das Blut in einem Kelch auffing. Das Herz und die Eingeweide wurden bei späteren Messen verwendet. La Voisins sechzehnjährige Tochter und eine der drei Geliebten des Abbés bestätigten diese Darstellung. Bei einer anderen Messe vermischte Guibourg das Menstruationsblut von Mademoiselle des Œillets, der Kammerzofe von Madame de Montespan, mit dem Samen ihres Gefährten und dem getrockneten Blut von Fledermäusen um einen Trank herzustellen, der ihren Einfluss auf den König vergrössern sollte. Auch an die Witwe des verstorbenen Präsidenten des französischen Parlaments sowie an den Cousin eines der Richter in dem Prozess wurde Gift verkauft. 
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Der französische Hof unter Verdacht [Bearbeiten]Nachdem Gerüchte aufkamen, dass die Herzogin von Orléans, von deren Gatten, dem Bruder des Königs und dessen Favoriten, dem Chevalier de Lorraine, vergiftet worden sei, konzentrierte sich Reynie in seinen Ermittlungen auf die Hofgesellschaft in Versailles.

Erst wurde Madame de Poulaillon entlarvt, die versucht hatte, ihren alten Ehemann zu vergiften, um in den Besitz seines Vermögens zu gelangen. Aber dieser hatte die Gefahr geahnt und war in ein Kloster geflohen.
Nach und nach wurden immer höhergestelltere Verdächtige angeklagt, unter ihnen der Schauspieldichter Jean Racine, der zwar eine Haftstrafe erhielt, sie aber nicht antrat. Madame de Lusignan wurde vorgeworfen, mit ihrem Priester nackt im Wald herumgesprungen zu sein und eine Osterkerze zu obszönen Zwecken missbraucht zu haben.

Am 23. Januar 1680 wurden die Comtesse de Soissons, Olympe Mancini (Kardinal Mazarins Nichte), die Marquise d‘ Allnye, die Marquise von Polignac, die Herzogin von Bouillon, der Graf von Clermont, die Herzogin von Angoulême, die Prinzessin von Tingry, die Marquise von Roure, der Herzog von Luxemburg und der Marquis von Feuquieres verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Manche von ihnen schafften es aber zu entkommen und das Land zu verlassen.

Da die verhafteten Personen von hohem Stand und Mitglieder des Hofes waren, mussten eindeutige Beweise erbracht werden. Deshalb wurde La Voisin und die anderen durch den Spanischen Stiefel, der Streckbank und der Wasserfolter gezwungen, eine Aussage zu machen. La Voisin bestand bis zum Schluss darauf, keine Hexe zu sein.

Reynie war von den Geständnissen so überzeugt, dass er sagte:
„Ich habe alles, was man mir möglicherweise einreden konnte, dass die Anschuldigungen falsch seien, wieder und wieder überprüft, doch eine solche Schlussfolgerung ist einfach nicht möglich.“ 
                                                                            
Jedoch wurden die belastenden Aussagen durch die Folter erreicht und viele Hauptzeugen waren von zweifelhaftem Ruf, die sich selbst widersprachen und ihre Geständnisse auf dem Scheiterhaufen zurücknahmen (z. B. La Filastre). Es wurden aber in den Häusern der angeklagten Wahrsagerinnen zahlreiche Beweisstücke gefunden, wie Gifte, Wachspuppen, schwarze Kerzen und schwarzmagische Bücher. Deshalb glaubte auch die Mehrheit der französischen Gesellschaft, dass Hexerei eindeutig erwiesen sei, und Ludwig XIV. musste handeln, um eine gegen seinen Hof gerichtete Empörung zu verhindern.

Strafen Im Zuge der Ermittlungen wurden 319 Personen verhaftet und 218 verhört – zum Teil unter Folter -, 36 wurden durch das Schwert oder auf dem Scheiterhaufen hingerichtet, 4 auf die Galeeren geschickt, 34 verbannt und 30 freigesprochen. Andere, wie der Abbé Guibourg, kamen in Kerkern in Einzelhaft. Bei Grabungen auf La Voisins Grundstück fand man die Überreste von 2500 abgetriebenen, tot-, früh- oder neugeborenen Säuglingen. Das Blut der Kinder war für Zaubertränke verwendet worden.

Am 22. Februar 1680 wurden La Voisin, Marie Bosse und La Vigoreux zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Der Sohn von Marie Bosse, Francois, wurde zum Tod durch Erhängen verurteilt. Madame de Poulaillon wurde ins Exil geschickt.

Madame de Sévigné war Zeugin der Hinrichtung von La Voisin und schrieb in ihren Briefen:
„Vor Notre-Dame hat sie sich geweigert, Abbitte zu leisten, und auf dem Greve-Platz sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, auszusteigen. Man zog sie heraus und brachte sie auf den Holzstoß, band sie in sitzender Stellung mit eisernen Ketten fest, bedeckte sie mit Stroh. Sie fluchte drauflos, stieß fünf- oder sechsmal das Stroh weg, aber schließlich loderte das Feuer auf, und sie ward nicht mehr gesehen. Ihre Asche fliegt jetzt in der Luft herum. So starb Frau Voisin, berühmt für ihre Verbrechen und ihren heidnischen Unglauben.“

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Marquise de Montespan
Françoise-Athénaïs de Rochechouart de Mortemart, Marquise de MontespanOffiziell stellte die Chambre ardente im August 1680 ihre Arbeit ein. Reynie war jedoch angewiesen worden, den Aussagen über Madame de Montespan im geheimen nachzugehen, da der Name ihrer Kammerfrau, Claude des Œillets, oft in den Aussageprotokollen vor der Chambre Ardente auftauchte.
Erst jetzt wurde Ludwig XIV. klar, warum er nach jedem Abend mit seiner Geliebten am nächsten Morgen mit Kopfschmerzen erwachte. Über die Jahre hinweg musste er Unmengen von Gift zu sich genommen haben. Man behauptete auch, dass die Montespan nach der Einführung in La Voisins und Abbe Guibourgs Hexenzirkel an verschiedenen Zeremonien teilgenommen habe, um ihren besonderen Status als Favoritin des Königs zu erhalten.
Angeblich wurde bei diesen Zeremonien Madame de Montespan nackt auf einen Altar gelegt, während man ihre Bitten um die Gunst des Königs an den christlichen Gott und die Götter der Unterwelt weitergab. Sie soll sogar Guibourg erlaubt haben, eine Hostie in ihre Vagina einzuführen und dann mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben, während er betete.
Die Marquise de Montespan geriet sogar in den Verdacht am plötzlichen Tod der nachfolgenden Mätresse des Königs, Angélique de Fontanges, schuldig zu sein. Neuere Untersuchungen ergaben aber, dass die Herzogin von Fontanges an einer Brustfellentzündung starb.
Reynie verbrachte zwei Jahre damit, Beweismaterial gegen Madame de Montespan zusammenzustellen. Aber Madame de Maintenon, Minister Colbert und der Marquis de Louvois halfen, die Affäre zu vertuschen, da die Montespan die Mutter der legitimierten Kinder des Königs war und es für Ludwig eine Blamage bedeutet hätte, wenn herausgekommen wäre, dass er durch Liebestränke verführt worden war. Die Gunst des Königs hatte Madame de Montespan jedoch unwiederbringlich verloren. Ebenso wurde Reynie nahegelegt, seine weiteren Untersuchungen einzustellen, da befürchtet wurde, dass noch mehr Mitglieder des Hochadels aus direkter Nähe des Königs in einen Skandal verwickelt werden könnten.

Folgen Die Giftaffäre endete mit einer letzten Hinrichtung im Juli 1683. Wenige Tage später erließ der König ein Gesetz, das den Handel mit Giftstoffen regelte. Ludwig XIV. ließ Wahrsagerei in ganz Frankreich verbieten.
Die Hexerei wurde 1682 mit einem Erlass zu Täuschung und Einbildung erklärt und dadurch das Ende des Hexenwahns in Frankreich verkündet.

Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/Catherine_Monvoisin

 
 
Gilles des Rais
 
                                                                                                  150px-Blason-gilles-de-rais        
 
 
 (auch Gilles de Retz, Gilles des Rais, Gilles de Rays, Giles de Raiz, 1404 bis 1440) Ein 1404 auf Schloß Machecoul bei Nantes, Frankreich, als Gilles de Laval geborener Baron von Rays, der Mitkämpfer der Johanna von Orléans wurde, dazu einer der reichsten Männer Frankreichs. Während der Herrschaft Karls VII. hatte er „wegen seiner Beschäftigung mit der schwarzen Magie einen schlechten Ruf” und wurde wegen dieser Neigung 1440 hingerichtet. (PICKERING, 247) Denn hundertvierzig Kinder, nach anderen über zweihundert oder gar achthundert, sollen seinen verbrecherischen Verirrungen zum Opfer gefallen sein. (SCHREIBER, 300f.) Dieser Edelmann wird als „Inbegriff des mittelalterlichen Satanisten schlechthin” bezeichnet, der zum „eher verharmlosenden Vorbild der Blaubart-Figur” geriet. (DAXELMÜLLER, 147f.)
 

Der aus vornehmen Geschlecht stammende Gilles de Rais hatte im Alter von elf Jahren seinen Vater verloren und wurde von seinem schwachen Großvater Jean de Craon erzogen. „Zügellos und von maßlosem Ehrgeiz besessen wuchs er auf.” Kraft der ererbten Güter war er der Vornehmste des bretonischen Adels und seine Heirat ließ ihn einer der reichsten Männer Frankreichs werden, (ZACHARIAS, 98), nach PICKERING sogar reichster Adeliger Europas. (Lex. d. Magie u. Hexerei, 247)

Gilles de Rais zeichnete sich in mehreren Feldzügen auf das Hervorragendste aus, zudem war er von außerordentlicher Bildung und interessierte sich für Bücher, Musik und Theater. Er wurde Berater und Leibwächter der Johanna von Orléans (Jeanne d’Arc). (ZACHARIAS, 98)

Anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten in Reims 1429 wurde der Baron zum Marschall von Frankreich ernannt (ZACHARIAS, 98) — eine außergewöhnliche Ehre für den zu jener Zeit noch sehr jungen Mann.
1432 (
PICKERING, 247) bzw. 1433 zog er sich auf sein Schloß Tiffauges in der Vendée zurück (SCHREIBER, 300) und „begann ein Leben der Verschwendung und Ausschweifung”. (ZACHARIAS, 98) Hernach galt er weniger als Kenner der Musik und des Theaters, denn mehr noch festigte sich sein Ruf als Schwarzkünstler, der allerlei Scharlatane auf sein Schloß lud und mit denen geheimnisvolle Rituale zelebrierte. (PICKERING, 247)

Unter dem Einfluß des ehemaligen Priesters Francesco Prelati aus Montecatini bei Pistoia, ein Schüler des Arztes und Alchimisten Fontanelles in Florenz, wandte er sich seit 1438 der schwärzesten Magie zu und soll Teufelsbeschwörungen versucht haben. Zu dem Zwecke habe er zahlreiche Kinder entführen lassen und ermordet.

Zunächst aber soll Gilles de Rais sich mit Alchemie beschäftigt und dazu die Hilfe des Priesters Gilles de Sillé von St. Malo in Anspruch genommen haben. Da erfolglos, suchten sie Hilfe beim Teufel und bei einem Zauberer namens Du Memie, der ihnen den Blutkontrakt [mit dem Teufel] angeraten habe. (HABIGER-TUCZAY, 226

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Der Baron hatte seinen Besitz Chantocé (oder Chapotoce) verkauft und war wegen der jahrelangen Ausschweifungen eines Gutteils seines Vermögens verlustig geworden. Das erklärt sein anfängliches Begehren, durch Verpflichtung eines Alchimisten zu grenzenlosen Reichtum zu kommen und er schreckte auch vor einem Pakt mit dem Teufel nicht zurück, wie Prelati ihm empfohlen hatte. De Rais hatte aber keine Neigung, Seele oder Leib dem Teufel zu überlassen und schlug Prelati die Unterschiebung eines Strohmannes vor. „Auf diese Weise scheint das erste der vielen jugendlichen und unschuldigen Opfer der beiden den Tod gefunden zu haben.” (SCHREIBER, 300f.)

Der Erfolg dieses Teufelspakts blieb aus, aber des Barons „zerrütteter Verstand hatte an dem Gefallen gefunden, was nur ein Behelf sein sollte.” Prelati fürchtete nun um die Entdeckung seiner Machtlosigkeit und „lieferte im Verein mit zwei Dienern immer neue Opfer einer nunmehr offensichtlich sexuellen Verirrung.” (SCHREIBER, 301)

Nachdem schon zahlreiche Kinder verschwunden waren, regte sich der Verdacht gegen Gilles de Rais und am 22. Oktober 1440 wurde er seinen Richtern zugeführt. (SCHREIBER, 301) Daß de Rais vor geistlichen und weltlichen Gericht angeklagt wurde, soll der Feindschaft ebenso neidischer wie einflußreicher Adeliger zu verdanken sein. (ZACHARIAS, 99)

Zu dem Verfahren war es wegen einer für damalige Verhältnisse als Lappalie einzustufenden Tat gekommen. Gilles de Rais hatte nämlich Jean le Ferron, den Bruder des bretonischen Schatzmeisters, prügeln und einsperren lassen. Jean le Ferron war allerdings Geistlicher und so bot sich für die Kirche, welche auch Interesse am Reichtum Gilles de Rais’ gehabt haben dürfte und längst eine passende Anklageschrift vorbereitet hatte, ein Anlaß, gegen den Adeligen vorzugehen. Also wurde aus der Anklage wegen der Mißhandlung des Jean le Ferron eine Anklageschrift, welche unter anderem den Mord an mehr als einhundertvierzig Kindern beinhaltete. Zudem sollte er ein vom rechten Glauben abgekommener Häretiker sein, ein Dämonenbeschwörer, Sodomit und Besitzer von verbotenen Büchern über die schwarzen Künste. (PICKERING, 247)

Im Verlauf des Prozesses, verhört wurde er durch den Bischof von Nantes (Jean de Malestroit, PICKERING, 247) und Pierre de l’Hôpital, dem Vorsitzenden des bretonischen Parlaments (BIEDERMANN, 180), gestand er, in den Gemächern und Gewölben seiner Schlösser, so in der Krypta von Tiffauges, etwa einhundertvierzig Kinder abgeschlachtet zu haben, „um sie dem Satan beziehungsweise einem Dämon zu opfern oder nur um seine sadistische Lust zu befriedigen.” An die Kinder sei man durch Anlockung, Raub oder Kauf gelangt. (ZACHARIAS, 98f.)

Francesco Pelati soll einen Dämonen namens Baron beschworen haben, der den beiden Männern versprochen habe, ihnen das Geheimnis des Goldmachens zu entdecken. Der Preis sei die Abhaltung scheußlicher Riten und Zeremonien gewesen. Gilles soll das Angebot angenommen haben und seine Helfer Gilles de Sillé, ein Cousin von ihm, Roger de Briqueville, ein verarmter Aristokrat, Etienette Blanchu und eine „La Meffray” genannte Frau eine Unzahl Kinder entführen lassen haben, welche er mißbraucht, verstümmelt und ermordet habe. Unter der Folter gestanden Francesco Prelati, La Meffraye und Etienette Blanchu die ihnen zur Last gelegten Verbrechen, auch Gilles de Rais legte später ein unter der Folter erpreßtes Geständnis ab. Bei der Gerichtsverhandlung soll das Grauen angesichts der gestandenen Verbrechen derart gewesen sein, daß man das Kruzifix an der Wand des Gerichtssaales verhängt habe. (PICKERING, 248)
Es heißt, Gilles de Rais habe sich auf den Bauch der Kinder gesetzt und sich am meisten daran ergötzt, sie so sterben zu sehen und sei darüber in Lachen ausgebrochen. Das Töten und das Zusehen bei deren Sterben sowie der Anblick ihres Blutes habe ihm mehr Lust verschafft, als die eigentliche Unzucht mit den Unglücklichen. (
ZACHARIAS, 99)

Während des Verfahrens erging sich de Rais in Selbstanklagen und Reuebekundungen, deren Lauterheit sich nicht mehr klären läßt. (ZACHARIAS, 99) Der Bischof von Nantes hatte noch die Hoffnung geäußert, der Gefangene könne durch Gebete erlöst werden, doch war die Todesstrafe unumgänglich. Ein Chor sang zu seiner Hinrichtung Gebete für seine Erlösung. (PICKERING, 248) Am 26. Oktober 1440 (nach anderen Quellen am 23. Februar, BIEDERMANN, 180, PICKERING nennt den 29. Oktober) wurde der Verurteilte zusammen mit seinen Dienern gehängt — „unter dem Mitleid des durch die Schuldbekenntnisse und Bitten um Vergebung umgestimmten Volkes.” (ZACHARIAS, 99)

 

http://sungaya.de/schwarz/diverse/Namen/GillesdeRais.htm

 

 Elisabeth Báthory     Die Blutgräfin

 sorry ihr müßt selbst klicken
auf den sehr interessanten quellen liegt coyright
 
 
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